Rotary Club
Daun-Eifel - Distrikt 1810

Projekt "Geburtenklinik in Kaliningrad"

Die Geburtenklinik in Kaliningrad/Königsberg

"Die Kindersterblichkeit ist dank unserem Projekt auf ein Viertel zurückgegangen!"                    (Svetlana Kolbanova, RC Kaliningrad)

Der Rotary Club Daun-Eifel unterstützt die Geburtenklinik der Stadt Kaliningrad/Königsberg in der Tschaikowski-Straße mit wertvollen medizinischen Geräten. Er arbeitet mit dem Rotary Club Kaliningrad zusammen.
Kaliningrad ist die Hauptstadt des Oblast Kaliningrad. Der Oblast wurde nach dem II. Weltkrieg als sowjetisches (heute russisches) Staatsgebiet aus dem nördlichen Teil des deutschen Ostpreußens gebildet. Diese Region wird von den EU-Staaten Polen und Litauen sowie von der Ostsee begrenzt, liegt also getrennt vom übrigen Rußland.



Dauner Rotarier diskutieren im Mai 2003 die Lage im Oblast Kaliningrad mit Rotariern des dortigen Clubs.

Das Gesundheitswesen ist wenig entwickelt und entspricht keineswegs westlichen Standards. Vor allem fehlt es an modernen medizinischen Geräten für Diagnostik und Therapie. Für die Frühdiagnose im perinatalen Bereich sind für Mutter und Kind Ultraschallgeräte zwingend notwendig. Für viele Neugeborene, vor allem für Frühgeburten, ist eine Beatmung der noch nicht vollständig ausgebildeten Lungen durch ein Beatmungsgerät lebenswichtig.
Die Klinik führt pro Jahr etwa 1.500 fast ausschließlich besonders erschwerte Geburtshilfen durch (kranke, infizierte Mütter, Frühgeburten), sowie die Erstversorgung von Müttern und Säuglingen. Es ist das einzige Institut dieser Art im ganzen rund eine Million Einwohner zählenden Kaliningradskaja Oblast (Königsberger Gebiet). Es ist untergebracht in einem ehemaligen Pfarrhaus (Abb. rechts).



Die Geburtenklinik in der Tschaikowski-Straße

In Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten des Rotary Clubs in Kaliningrad wurde eine Bedarfsliste für dringend benötigte medizinische Geräte erstellt. Im September 2004 konnte, nachdem die Finanzierungsfrage geklärt war, das Beatmungsgerät Babylog 8000 der Firma Dräger Medical, Lübeck, im Werte von 37.254 € nach Königsberg geliefert werden. Es nahm Anfang des Jahres 2005 seinen vollen Betrieb auf. Frau Dr. Bespalko, die Leiterin der Klinik berichtet, daß inzwischen die Sterblichkeitsrate der Neugeborenen deutlich gesunken sei.

Zunächst haben wir als Rotary Club Daun-Eifel der Fa. Dräger zu danken, denn sie gewährte für die humanitäre Hilfe einen Rabatt von 30%. Die Foundation von Rotary International und der Rotary Distrikt 1810 stellten einen größeren Beitrag zur Verfügung. Drei Rotary Clubs aus unserer Nachbarschaft beteiligten sich dankenswerterweise an der Restfinanzierung, der RC Bitburg-Prüm, der RC Mayen und der RC Trier-Porta.



Die Klinikleiterin Frau Dr. Bespalko (re.) und die Rotarierin Svetlana Kolbanova am Kinderbett mit dem neuen Beatmungsgerät

Im Jahre 2006 wurden zwei Ultraschallgeräte nach Königsberg auf den Weg gebracht. Beim ersten handelt es sich um ein neues transportables Schwarz-Weiß-Gerät, beim zweiten um einen generalüberholten Farbdoppler Siemens-Siena.
Beide Geräte wurden von der Fa. RADOSCAN Medizin-technik, Schuld/Ahr, geliefert und mit speziellen Endovaginal-Sonden und Sonden für die Geburtshilfe ausgestattet. Der Gesamtwert der Geräte (einschließlich der Transportkosten und der Einweisung des Klinikpersonals) belief sich auf 32.480 €.

Wiederum erhielt der RC Daun-Eifel eine große finanzielle Unterstützung von der Rotary Foundation und vom Distrikt 1810. Wir danken zudem für die Beteiligung des RC Hermeskeil-Hunsrück und für die Übernahme von Logistikkosten durch die Fa. RADOSCAN. Besonders seien mehrere großzügige Spenden von Clubmitgliedern erwähnt!



Die rotarischen Ärzte Dr. Bertholdt (li.) und B. Hölscher (re.) in der Königsberger Klinik im Juni 2006

Bei einem Besuch von Rotariern aus Daun im Oblast Kaliningrad und in der Geburtenklinik in der Tschaikowski-Straße wurde deutlich, daß die Ärztinnen und Ärzte in Kaliningrad einen Erfahrungsaustausch mit Kliniken in Deutschland benötigen, um die neuen Geräte effektivst nutzen zu können.
Auf Einladung des Rotary Clubs Daun-Eifel hospitierten zwei Ärztinnen aus Kaliningrad vom 28. Sept. bis zum 11. Oktober 2008 an der Frauenklinik des Krankenhauses in Köln-Porz.


Der Besuch aus Kaliningrad: Chefärztin Frau Dr. A. Bespalko (re.) und Frau Dr. E. Semenova (li.)
Die Ärztinnen waren vor allem von der perfekten Organisation der Abläufe im OP und im Kreissaal beeindruckt. Die Verwendung von Einwegmaterialien, in unseren Kliniken seit langem eine Selbstverständlichkeit, fanden sie sehr hilfreich.

Videos von der Klinik in Kaliningrad zeigen, daß sich der medizinische Standard vor Ort positiv entwickelt hat. Das von deutschen und Schweizer Rotariern gelieferte Gerät zeigt deutlich Wirkung. Von der Rotarierin Svetlana Kolbanova erfahren wir auch: “Die Kindersterblichkeit ist dank unserem Projekt auf ein Viertel zurückgegangen!”



Beim Übersetzen und der Betreuung der Ärztinnen halfen Katharina Gensirovskij (re.) und die Rotaracterin Nurhana Dyikanbaeva (li.)

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